9 Jahre Landschaftspleinair_

1992 - 1995
Mit der Gründung eines Kunstvereins im Berliner Stadtteil Treptow begann auch die Geschichte des Landschaftspleinair. Im Verein entstand der Gedanke eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die das Zusammenarbeiten und das Zusammengehörigkeitsgefühl der in Berlin-Treptow lebenden oder dort schaffenden Künstler fördern sollte. Mit den veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen im östlichen Teil des wiedervereinigten Deutschland waren teilweise gravierende Veränderungen verbunden. Gemeinsamkeit und Austausch sollten helfen, die Lebensumstände ideell wie auch materiell zu verbessern. Dazu sollte das Pleinair mit nachfolgenden Verkaufsausstellungen beitragen. Das Kulturamt Berlin-Treptow unterstützte uns bei diesem Vorhaben, indem es einen Teil der Materialkosten erstattete.
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2000
Im März eine wichtige Ausstellung: Zum Ersten Mal gingen wir mit unseren Arbeiten über die Grenzen unseres Landes hinaus. In der norditalienischen Partnerstadt von Berlin-Treptow, Albinea, stellten wir für 14 Tage unsere Bilder aus.

1992 und 1993
fand unser Pleinair in der unmittelbaren Umgebung des Zisterzienerklosters Chorin statt. Die Klosterverwaltung stelte die Quartiere in der naheliegenden Jugendherberge zur Verfügung. An dieser nur drei Tage währenden Veranstaltung nahmen 15 Künstlerinnen und Künstler teil.

1994 und 1995
war das Ökodorf Brodowien und der Parsteiner See unsere künstlerische Wirkungstätte. Die Ergebnisse der zurückliegenden drei Jahre wurden 1996 in einer repräsentativen Ausstellung in Berlin gezeigt. In diesen drei ersten Jahren bildete sich ein Stamm von Kolleeginnen und Kollegen heraus, die dem Genre der Landschaftsmalerei ohnehin verbunden dem Pleinair sein Gepräge gaben.
1996 und 1997
In den folgenden zwei Jahren lagen die Orte gemeinsamemen Arbeitens bei Prenzlau und an der Ostsee.

1998
Einen gewissen Neuanfang stellte das 1.Landschaftspleinair, "Erkundungen im Naturpark Barnim" dar. Der sich in Gründung befindende Naturpark und dessen Förderverein nahmen die gedankliche Anregung des Berliner Künstlers Hildur Bernitz, der seir 1997 im Barnim lebte, auf, ein mit dem Naturpark verbundenes Pleinair zu schaffen. Der Förderverein wollte Künstler aus dem Barnim und aus Berlin-Treptow dazu anregen, mit den ihnen eigenen Ausdrucksmittel zur Bewahrung dieser naturnahen Landschaft beizutragen. Landschaftskunst als Quelle eines tieferen Verständnisses unseres natürlichen Reichtums, den wir erhalten sollten um unserer selbst willen und für künftige Generationen. Im Rahmen dieses Pleinairs fand am 27.9.1998 eine offene Gesprächsrunde mit Künstlern, Naturschützern, Politikern und Wirtschaftsvertretern statt. Der Dialog zwischen den Gesprächspartnern trug zu einem besseren Verständnis für die jeweiligen spezifischen Arbeitsprobleme bei. Es ging und geht uns darum, Kunst und Kultur als einen weitreichenden Innovationsfaktor begreifbar zu machen. Das sinnlich ästetische Erlebnis als Motivation zu konkretem Handel, gerichtet auf Bewahrung und Veränderung. Zwei Ausstellungen folgten diesem Pleinair: März 1999 in Berlin (Kulturzentrum Niederschöneweide) Juli/August 1999 in Wandlitz (Amtshaus) An dieser Stelle sei Dank gesagt der Landesanstalt für Großschutzgebiete und den Kulturämtern des Landkreises Barnim und Berlin-Treptow für die Unterstützung, die sie unserem Vorhaben angedeihen ließen. Dank gilt dem Förderverein Naturpark Barnim, weil er den Pleinairgedanken so bereitwillig aufgegriffen hat und zum guten Gelingen des 98er Pleinair wesentlich beigetragen hat.
1999
Hotel "Preußischer Hof" bei Liebenwalde: Ein Experiment für beide Seiten. Zum Ersten Mal zahlten wir nicht in barer Münze. Unseren Obolus entrichteten wir in Form eines Bildes, jeder für sich, versteht sich. Für eine gute Unterkunft, ein gutes Bild. Ein Dankeschön an die Geschäftsführerin Frau Marzentowicz. Wie schon 98 gab es ein Rahmenprogramm mit einer Wanderung am Langen Trödel unter fachkundiger Begleitung von Dr. Peter Gärtner, Leiter des Naturparks Barnim.
Ein voller Erfolg, der zu ersten Kontakten mit den dort lebenden Künstlern geführt hat. Fast gleichzeitig auch die erste Exposition in Eberswalde. Im fertiggestellten Nordflügel der Adler-Apotheke waren 35 Bilder von Berliner und Barnimer Künstlern für vier Wochen zu sehen. Im Juni 14 gemeinsame Arbeit in und um Prenden: Konfrontation mit jüngster deutscher Geschichte in einer zauberhaften Landschaft. Abschlußveranstaltung in der Prendener Kirche unter Beteiligung der Dorfbevölkerung die regen Anteil an unserer Arbeit nahm. Überhaupt das Erste Mal sind wir aus unseren einsamen Waldwinkel, in denen wir meistens unsere Zwiesprache mit der Natur führen, herausgetreten. Am 24. Juni dann noch eine Eintagsausstellung zur Eröffnung des neuen Suchttherapeutischen Heims "Tumalin" in Klosterfelde. Natur pur für trockene Alkoholiker. Zur Einweihung des Hauses waren Minister Alwin Ziel, Regine Hildebrandt, ehem. Sozialministerin und der Landtagsabgeordnete Reinhold Dellmann zugegen.
2001
Ruhlsdorf und die Finokanalregion: Das Gebiet zwischen Liebenwalde und der Oder ist jahrhundertalter Industriekulturstandort, eingebettet in die reizvolle Landschaft des Finowtals. Geformt von den Kräften der Natur während der letzten Eiszeit und durch das tatkräftige Wirken des Menschen, bietet sich heute die Chance, erhaltend für künftige Generationen zu handeln. Auch im Hinblick auf die Landesgartenschau im Jahre 2002 möchten wir mit unserer Arbeit diese Region künstlerisch wahrnehmen. Wahrnehmung von Natur bedeutet auch, ihre Veränderung durch den Menschen, durch uns alle, und die damit einher gehenden Gefährdungen, zu reflektieren. Es geht darum, die Liebe zur Natur und zu all ihren Schöpfungen zu versinnbildlichen. Letztendlich können die Geschichten, die sich zwischen dem Bild und seinem Betrachter abspielt, vielleicht eine Brücke sein zu einem verändernden Denken und Handeln im Umgang mit der Natur. Während des diesjährigen Pleinairs haben wir einen Aktionstag in der ehemaligen Papiermanufaktur durchgeführt. Im Jahre 2002 werden die Arbeiten der letzten 3 Jahre während der Landesgartenschau in Eberswalde gezeigt.


Hildur-Mathias Bernitz
Projektleiter, Landschaftspleinair